
Der Arbeitsalltag ist immer stärker von Leistungsdruck,
Terminstress und der Angst um den Job geprägt. Die Ansprüche an die
Arbeitnehmer steigen und viele gehen bis an ihr Limit. So sind die
bezahlten Überstunden 2009 in Deutschland auf 1,91 Milliarden
angestiegen – ein Höchststand seit 1995. Doch das ist weder gesund
noch nützlich, denn jeder Mensch ist in seiner Leistungsfähigkeit
begrenzt. Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter
investieren, profitieren von höherer Motivation und Produktivität.
Geschieht dies jedoch nicht, kann sich der Stress schnell zu einem
Burn-out- Syndrom auswachsen, was hohe Kosten für den Arbeitgeber
mit sich bringt.
„Burn-out lässt sich zwar behandeln, aber sowohl Unternehmen als
auch Arbeitnehmer sollten sich besser auf eine wirksame Prävention
konzentrieren“, rät Diplom-Psychologin Kerstin Reviol, Leiterin der
Arbeitspsychologie bei der TÜV SÜD Life Service GmbH. „Diese sollte
bereits zwei bis drei Jahre im Voraus ansetzen und ein Bewusstsein
für Burn-out schaffen, denn gerät ein Mitarbeiter einmal in die
Abwärtsspirale, dauert es lange, bis er wieder sein ursprüngliches
Leistungsniveau erreichen kann.“
Um dem Ausbrennen einer Belegschaft vorzubeugen, ist es für
Führungskräfte wichtig, dass sie zum einen selbst gut mit Stress
umgehen können und zum anderen ihre wesentlichen Führungs- aufgaben
wie Mitarbeitermotivation, Teamführung und offene Kommunikation
wahrnehmen. Denn zu große Arbeitsbelastung, fehlende Wertschätzung,
schlechtes Betriebsklima sowie schlechte Kommunikation sind häufige
Auslöser für Stress und können auf Dauer zu Burn-out führen. Doch
auch persönliche Faktoren wie großer Ehrgeiz oder ein Helfersyndrom
verstärken das Risiko, auszubrennen.
Für Unternehmen ist es daher ratsam, Schulungen sowohl für
Führungskräfte als auch für die übrige Belegschaft anzubieten. So
können sie lernen, mit Stress umzugehen und ihre Work-Life-Balance
ins Gleichgewicht zu bringen. Tipps von TÜV SÜD für Unternehmen:
Frisch eingestellte Mitarbeiter sollten gut an ihrem neuen
Arbeitsplatz eingeführt werden.
• Falsche Arbeitsbelastung ist oft Auslöser für Burn-out. Ist ein
Arbeitnehmer überfordert – sowohl zeitlich als auch geistig – steht
er unter Stress. Aber bei reiner Routine ohne Herausforderungen
steigt das Risiko zu erkranken ebenfalls. Daher sollten Mitarbeiter
bei der Arbeitszuteilung einbezogen werden, da sie ihre
Leistungsfähigkeit meist besser einschätzen können.
• Die Gefahr auszubrennen steigt auch, wenn Ziele und
Erfolgskriterien nicht eindeutig festgelegt sind und innerhalb
eines Teams unterschiedliche Absichten verfolgt werden. Die Aufgabe
des Arbeitgebers ist es, diese klar zu kommunizieren.
• Wichtig für zufriedene und damit psychisch gesunde Mitarbeiter
ist, dass sie Lob und Anerkennung bekommen. Kritik sollte stets
konstruktiv formuliert werden.

www.tuev-sued.de/mt
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Aktualisiert am 11.01.2011