Kurznachrichten des 17. Wicker-Magazin 2011
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Burn-out: Ausgebrannte Arbeitnehmer kosten ein Vermögen

Der Arbeitsalltag ist immer stärker von Leistungsdruck, Terminstress und der Angst um den Job geprägt. Die Ansprüche an die Arbeitnehmer steigen und viele gehen bis an ihr Limit. So sind die bezahlten Überstunden 2009 in Deutschland auf 1,91 Milliarden angestiegen – ein Höchststand seit 1995. Doch das ist weder gesund noch nützlich, denn jeder Mensch ist in seiner Leistungsfähigkeit begrenzt. Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren, profitieren von höherer Motivation und Produktivität. Geschieht dies jedoch nicht, kann sich der Stress schnell zu einem Burn-out- Syndrom auswachsen, was hohe Kosten für den Arbeitgeber mit sich bringt.

„Burn-out lässt sich zwar behandeln, aber sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer sollten sich besser auf eine wirksame Prävention konzentrieren“, rät Diplom-Psychologin Kerstin Reviol, Leiterin der Arbeitspsychologie bei der TÜV SÜD Life Service GmbH. „Diese sollte bereits zwei bis drei Jahre im Voraus ansetzen und ein Bewusstsein für Burn-out schaffen, denn gerät ein Mitarbeiter einmal in die Abwärtsspirale, dauert es lange, bis er wieder sein ursprüngliches Leistungsniveau erreichen kann.“

Um dem Ausbrennen einer Belegschaft vorzubeugen, ist es für Führungskräfte wichtig, dass sie zum einen selbst gut mit Stress umgehen können und zum anderen ihre wesentlichen Führungs- aufgaben wie Mitarbeitermotivation, Teamführung und offene Kommunikation wahrnehmen. Denn zu große Arbeitsbelastung, fehlende Wertschätzung, schlechtes Betriebsklima sowie schlechte Kommunikation sind häufige Auslöser für Stress und können auf Dauer zu Burn-out führen. Doch auch persönliche Faktoren wie großer Ehrgeiz oder ein Helfersyndrom verstärken das Risiko, auszubrennen.

Für Unternehmen ist es daher ratsam, Schulungen sowohl für Führungskräfte als auch für die übrige Belegschaft anzubieten. So können sie lernen, mit Stress umzugehen und ihre Work-Life-Balance ins Gleichgewicht zu bringen. Tipps von TÜV SÜD für Unternehmen: Frisch eingestellte Mitarbeiter sollten gut an ihrem neuen Arbeitsplatz eingeführt werden.

• Falsche Arbeitsbelastung ist oft Auslöser für Burn-out. Ist ein Arbeitnehmer überfordert – sowohl zeitlich als auch geistig – steht er unter Stress. Aber bei reiner Routine ohne Herausforderungen steigt das Risiko zu erkranken ebenfalls. Daher sollten Mitarbeiter bei der Arbeitszuteilung einbezogen werden, da sie ihre Leistungsfähigkeit meist besser einschätzen können.

• Die Gefahr auszubrennen steigt auch, wenn Ziele und Erfolgskriterien nicht eindeutig festgelegt sind und innerhalb eines Teams unterschiedliche Absichten verfolgt werden. Die Aufgabe des Arbeitgebers ist es, diese klar zu kommunizieren.

• Wichtig für zufriedene und damit psychisch gesunde Mitarbeiter ist, dass sie Lob und Anerkennung bekommen. Kritik sollte stets konstruktiv formuliert werden.

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Tipps für Mitarbeiter:

• Vor allem perfektionistisch veranlagte Menschen übernehmen sich schnell. Um einem Burn-out vorzubeugen, sollte man lernen, die eigenen Leistungsgrenzen abzustecken.

• Geregelte Essenszeiten und eine gesunde Ernährung sind nötig, um körperlich und geistig fit zu bleiben. Daher ist es wichtig, eine feste Zeit für die Mittagspause zu bestimmen.

• Unrealistische Erwartungen sind oft der Grund für einen Burn-out. Zu beachten ist, dass man es nicht jedem recht machen kann. Für Menschen, die nicht Nein sagen können, ist es nötig, ihr Selbstvertrauen zu stärken und auch auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.

Meist brennen Menschen aus, die sich zu stark für ihre Arbeit einsetzen und ihr Privatleben vernachlässigen. Freizeitaktivitäten aber auch bewusste Entspannungsphasen sind ein optimaler Ausgleich zum Job.

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Weitere Info rmationen zum Thema Gesundheit und Betriebliches Gesundheitsmanagement finden Sie im Internet unter www.tuev-sued.de/bgm

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