10 Jahre Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Werra-Meißner e.V.
Lebhaft ging es zu bei der Feier zum 10-jährigen
Jubiläum der Schlaganfall- Selbsthilfegruppe Werra-Meißner, die am
4. August in der Klinik Hoher Meißner stattfand. Über 50 Gäste,
Mitglieder und Freunde der Gruppe sowie Landrat Stefan Reuß und
Bürgermeister Frank Hix sowie Vertreter der Krankenkassen feierten
und würdigten die 10 Jahre aktiver Arbeit. Auch Vertreter
befreundeter Schlaganfall-Selbsthilfegruppen waren aus Bad
Hersfeld, Höxter/Holzminden und Rotenburg/Fulda angereist. Aber
nicht nur von Jubiläum und Schlaganfall war die Rede. Es ging auch
um ungewöhnliche Themen wie die „artgerechte Seniorenhaltung“, die
neue Erkrankung „Kohle rar“ und die Operation zuhause. Nach der
Begrüßung durch Dr. Carsten Schröter, Chefarzt der Neurologischen
Abteilung und Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche
Schlaganfall-Hilfe, und Margot Witzel, von Beginn an Vorsitzende
der Selbsthilfegruppe, zog Frau Witzel einen kurzen Rückblick auf
die Entstehung. Hierbei wurde auch den vielen Helfern und
Unterstützern gedankt, die im Laufe der Jahre die erfolgreichen
Aktivitäten erst möglich gemacht haben. Hierzu gehörten Spenden und
die Bereitschaft zu Vorträgen bei den monatlichen Treffen.
Landrat Stefan Reuß betonte in seinen Grußworten die Bedeutung der
Selbsthilfe, auch um eine Lobby zu schaffen für die Anliegen
Behinderter in der Gesellschaft, z.B. durch barrierefreie Zugänge
zu öffentlichen Gebäuden. Er dankte der Selbsthilfegruppe für ihre
anhaltend engagierte Arbeit und übergab an Frau Witzel ein
Geld-Präsent und eine Urkunde des Landratsamts. Bürgermeister Frank
Hix gratulierte der Gruppe und würdigte sie in ihrer Bedeutung. Die
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hatte wegen der Urlaubszeit
keinen Vertreter schicken können, hatte aber ein Grußwort
zugesandt. Anschließend trug Herr Franz, Mitglied der
Selbsthilfegruppe, einen auch emotional sehr packenden Beitrag vor
über die Entwicklung der Gruppe und die Unterstützung, die die
Gruppe erhält, vor allem betonte er aber auch sehr eindringlich die
Bedeutung der Partner bei der körperlichen und psychischen
Stabilisierung nach einem Schlaganfall. Der Gratulation der
Gründungsmitglieder durch Frau Witzel und Dr. Schröter folgte ein
Feuerwerk hervorragend boshaften Kabaretts. Die Pawlowskis waren
aus Göttingen angereist, Klaus und Peter Pawlowski und Uschi
Siemon. Sie legten den Finger in die aktuellen Wunden und die
absehbaren Wunden der Zukunft unserer älter werdenden Gesellschaft.
Hierbei ist die „artgerechte Seniorenhaltung“ hervorzuheben, z.B.
entweder als Bodenhaltung („Vorteil: man kann nicht stürzen“) oder
als Batteriehaltung („um Infektionen vorzubeugen kommen Antibiotika
schon in den Haferbrei“). Auch die Politiker, insbesondere die
Gesundheitspolitiker bekamen ihr Fett weg. Einem provozierendem
Song über Selbsthilfegruppen und der Empfehlung der Durchführung
kleinerer Operationen in der eigenen Küche, z.B. beim Opa, folgte
der dann doch versöhnliche Optimisten- Boogie. Den Ausklang fand
die Feier mit einem gemütlichen Kaffeetrinken und lebhaftem
Klönschnack.