Kurznachrichten des 17. Wicker-Magazin 2011
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10 Jahre Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Werra-Meißner e.V.

Lebhaft ging es zu bei der Feier zum 10-jährigen Jubiläum der Schlaganfall- Selbsthilfegruppe Werra-Meißner, die am 4. August in der Klinik Hoher Meißner stattfand. Über 50 Gäste, Mitglieder und Freunde der Gruppe sowie Landrat Stefan Reuß und Bürgermeister Frank Hix sowie Vertreter der Krankenkassen feierten und würdigten die 10 Jahre aktiver Arbeit. Auch Vertreter befreundeter Schlaganfall-Selbsthilfegruppen waren aus Bad Hersfeld, Höxter/Holzminden und Rotenburg/Fulda angereist. Aber nicht nur von Jubiläum und Schlaganfall war die Rede. Es ging auch um ungewöhnliche Themen wie die „artgerechte Seniorenhaltung“, die neue Erkrankung „Kohle rar“ und die Operation zuhause. Nach der Begrüßung durch Dr. Carsten Schröter, Chefarzt der Neurologischen Abteilung und Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, und Margot Witzel, von Beginn an Vorsitzende der Selbsthilfegruppe, zog Frau Witzel einen kurzen Rückblick auf die Entstehung. Hierbei wurde auch den vielen Helfern und Unterstützern gedankt, die im Laufe der Jahre die erfolgreichen Aktivitäten erst möglich gemacht haben. Hierzu gehörten Spenden und die Bereitschaft zu Vorträgen bei den monatlichen Treffen.
Landrat Stefan Reuß betonte in seinen Grußworten die Bedeutung der Selbsthilfe, auch um eine Lobby zu schaffen für die Anliegen Behinderter in der Gesellschaft, z.B. durch barrierefreie Zugänge zu öffentlichen Gebäuden. Er dankte der Selbsthilfegruppe für ihre anhaltend engagierte Arbeit und übergab an Frau Witzel ein Geld-Präsent und eine Urkunde des Landratsamts. Bürgermeister Frank Hix gratulierte der Gruppe und würdigte sie in ihrer Bedeutung. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hatte wegen der Urlaubszeit keinen Vertreter schicken können, hatte aber ein Grußwort zugesandt. Anschließend trug Herr Franz, Mitglied der Selbsthilfegruppe, einen auch emotional sehr packenden Beitrag vor über die Entwicklung der Gruppe und die Unterstützung, die die Gruppe erhält, vor allem betonte er aber auch sehr eindringlich die Bedeutung der Partner bei der körperlichen und psychischen Stabilisierung nach einem Schlaganfall. Der Gratulation der Gründungsmitglieder durch Frau Witzel und Dr. Schröter folgte ein Feuerwerk hervorragend boshaften Kabaretts. Die Pawlowskis waren aus Göttingen angereist, Klaus und Peter Pawlowski und Uschi Siemon. Sie legten den Finger in die aktuellen Wunden und die absehbaren Wunden der Zukunft unserer älter werdenden Gesellschaft. Hierbei ist die „artgerechte Seniorenhaltung“ hervorzuheben, z.B. entweder als Bodenhaltung („Vorteil: man kann nicht stürzen“) oder als Batteriehaltung („um Infektionen vorzubeugen kommen Antibiotika schon in den Haferbrei“). Auch die Politiker, insbesondere die Gesundheitspolitiker bekamen ihr Fett weg. Einem provozierendem Song über Selbsthilfegruppen und der Empfehlung der Durchführung kleinerer Operationen in der eigenen Küche, z.B. beim Opa, folgte der dann doch versöhnliche Optimisten- Boogie. Den Ausklang fand die Feier mit einem gemütlichen Kaffeetrinken und lebhaftem Klönschnack.
 

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